ES IST SCHWER, EIN GOTT ZU SEIN – Aleksei German

17. September 2014

ES IST SCHWER, EIN GOTT ZU SEIN – Aleksei German

Wir freuen uns, allen Fans des großen, epischen Kinos heute einen ganz besonderen Film ankündigen zu dürfen: Aleksei Germans Opus Magnum ES IST SCHWER, EIN GOTT ZU SEIN.
Der Film erscheint am 3.9. im Kino und wird Ende des Jahres auf DVD & Blu-ray veröffentlicht.

Unsere Webseite zum Film, mit aktuellen Kinoterminen und mehr Informationen zum Film findet sich unter: www.schwergottzusein.de

Basierend auf dem gleichnamigen Science-Fiction-Roman von Arkadi und Boris Strugatzki hat German ein dreistündiges Monster von einem Film geschaffen, wie man es heutzutage kaum noch für möglich gehalten hätte:
Er zieht uns mitten hinein in eine mittelalterliche Welt aus Schlamm, Scheiße, Schleim und Gedärm, dass man am Ende, von der Wucht der Films völlig überfahren, tief nach Luft schnappen muss. Und egal, mit welchem Gefühl man aus dem Kino kommt, die Bilder wird man nie mehr vergessen. Ein ganz und gar kompromissloses Werk vom Format eines Tarkovski, Fellini oder Kubrick, und dabei doch zu jeder Zeit ein Film aus dem Hier und Heute. Wir laden euch ein, mit uns die Geburtsstunde eines Meisterwerks zu erleben, dessen ganze filmgeschichtliche Bedeutung, wie manche bereits munkeln, man wohl erst in 20 oder 30 Jahren abschätzen können dürfte.


 

„Im Vergleich zu Germans Obsessionen wirken die Filme Quentin Tarantinos zweifellos wie Märchenfilme von Walt Disney.“
Umberto Eco

Es gibt Regisseure, deren Namen Bände sprechen. Fellini, Bergman, Tarkovski oder Kubrick sind selbst für die, die ihre Filme tatsächlich nicht kennen sollten, untrennbar mit der Geschichte des Kinos verbunden. Manch anderem jedoch bleibt – ungeachtet seiner künstlerischen Qualitäten – diese Wertschätzung verwährt. Aleksei German ist definitiv so ein Fall: in den 46 Jahren seines Schaffens brachte er es gerade mal auf sechs Spielfilme. Sein Film MEIN FREUND IVAN LAPSHIN wurde 1987 bei einer Umfrage unter sowjetischen Filmkritikern zum bedeutendsten russischen Film aller Zeiten gewählt (noch vor Filmen von Eisenstein, Vertov oder Tarkowski) und als 1998 sein vorletzter Film KHROUSTALIOV, MEIN WAGEN! im Wettbewerb in Cannes lief, soll der damalige Jurypräsident Martin Scorsese gegenüber seinen Jurykollegen ausgerufen haben: „Dieser Film ist so außergewöhnlich, dass noch nicht einmal ich ihn verstehe!“ Dennoch war German außerhalb Russlands nur einer kleinen Gruppe von Cinephilen bekannt. Für den Rest blieb er ein weißer Fleck in der Kinolandschaft, obwohl man ihn hinsichtlich seiner künstlerischen Integrität, seiner Akribie und Detailversessenheit und nicht zuletzt auch aufgrund seines Perfektionismus (an seinen letzten beiden Filmen arbeitete er jeweils mehr als 10 Jahre) ohne Übertreibung einen Bruder im Geiste von Stanley Kubrick oder Terrence Malick nennen darf.
 

Sein letzter Film ES IST SCHWER, EIN GOTT ZU SEIN, dessen Fertigstellung er leider nicht mehr erlebte (er starb kurz vor Abschluss der finalen Schnitt- und Tonmischung), bildet sein Opus Magnum. Bereits 1964, kurz nach der Veröffentlichung des Romans der Strugatzki-Brüder (die auch die literarische Vorlage zu Tarkovskis STALKER lieferten), spielte er schon mit dem Gedanken einer Verfilmung des Stoffes. Doch es sollte noch 24 Jahre dauern, bis er dieses Projekt tatsächlich anging, mit der erklärten Absicht: „Mich interessiert weiter nichts mehr als die Möglichkeit, eine Welt, eine gesamte Zivilisation von Grund auf aufzubauen.“ Damit begann die Arbeit an einem Projekt, das in seinem Ausmaß in der Kinogeschichte seinesgleichen suchen dürfte: Gedreht wurde von Herbst 2000 bis August 2006 – so lange, dass einige der Darsteller aufgrund ihres Alters inzwischen verstorben waren – , gefilmt wurden überwiegend lange, komplizierte Plansequenzen, es wurden eigens Burgen in der Nähe von Prag und in den Lenfilm-Studios errichtet und die Postproduktion zog sich mehr als fünf Jahre hin. Als German dann am 21. Februar 2013 starb, glaubte kaum noch jemand an die Fertigstellung des Films, doch zu diesem Zeitpunkt fehlten nur noch wenige Kleinigkeiten in der Nachvertonung und im Schnitt. Nach Abschluss dieser Arbeiten, die seine Frau Svetlana Karmalita und sein Sohn Aleksei German Jr. nach seinen Vorgaben umsetzten, feierte ES IST SCHWER, EIN GOTT ZU SEIN schließlich am 13. November 2013 auf dem Filmfestival in Rom seine Weltpremiere.
 
Szenenfotos

ES IST SCHWER, EIN GOTT ZU SEIN
Eine Gruppe Historiker wurde auf einen fremden Planeten entsandt, der in seiner Entwicklung 800 Jahre hinter der Erde zurückliegt. In der Hoffnung, in dieser mittelalterlichen Zivilisation die Geburt einer Renaissance hautnah miterleben zu können, mischen sich die Forscher unbemerkt als adlige Nachkommen lokaler Gottheiten unters Volk, um die dortigen Ereignisse aufzuzeichnen und zur Erde zu übertragen. Ihre oberste Direktive dabei lautet: Bleibe unerkannt und neutral, greife niemals in das Geschehen ein und töte unter keinen Umständen einen Planetenbewohner. So weit, so gut. Doch als in der Stadt Arkanar graue Truppen plötzlich ein blutiges Pogrom gegen Gelehrte und Bücherfreunde starten, nimmt die Geschichte unvermittelt einen völlig anderen Verlauf. Don Rumata, der vor Ort das Treiben hilflos mit ansehen muss, fällt es dabei zunehmend schwerer, dem brutalen Gemetzel einfach tatenlos zuzuschauen. Doch was tun als ein Gott, dem die Hände gebunden sind?

Pressestimmen:
„Ein Film, der in seiner existenziellen Wüstheit und puren physischen Wucht vollkommen ohne Vergleich ist (…) Man schaut ES IST SCHWER, EIN GOTT ZU SEIN, als würde einem unablässig gegen den Augapfel geschlagen.“ Critic.de

„Ein unglaubliches Monster von einem Film. (…) Man kann Alexei Germans Opus Magnum als nichts anderes bezeichnen als ein visionäres Meisterwerk.“ Kino-zeit.de

„Lässt GAME OF THRONES wie RITTER AUS LEIDENSCHAFT und David Lynchs DUNE wie RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER aussehen.“ Indiewire

„Ein großartig aussehendes Fest barbarischer Abscheulichkeiten (…) Viele Bilder und Szenen werden euch lange danach noch verfolgen.“ Twitch

„Schwarz-weiß, wunderschön, genial und wie eine Botschaft aus einer anderen Zeit.“ Olaf Möller – Cinema Scope

„Der pausenlose Ansturm ekelerregender Bilder dürfte wohl jeden Zuschauer mit auch nur leicht nervösem Magen in die Flucht schlagen.“ The Hollywood Reporter

 

„Jedes Detail des Films entstand unter dem Vorsatz: Alles oder nichts. Zum Beispiel wurden die Schwerter im Film exakt auf dieselbe Weise hergestellt wie vor 700 Jahren. Das Leben einer mittelalterlichen Stadt wurde bis ins kleinste Detail rekonstruiert. Derartige Filme werden heute nicht mehr gemacht. Und es ist auch ziemlich fraglich, ob es in Zukunft noch einmal so einen Film geben wird. Er bildet die Spitze des Anti-Studio-Filmemachens. Die Autoren gingen nicht den geringsten Kompromiss ein. Dieser Film ist ein Zeichen des Trotzes wider die abgebrühte moderne Filmindustrie, wider die allgemeine Vorstellung davon, wie ein Film sein sollte, und wider ein vereinfachtes Bild von der Welt.“

Aleksei German Jr.
 
 
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