LÄRM & WUT

LÄRM & WUT „Life’s but a walking shadow (…): it is a tale

Told by an idiot, full of sound and fury,

Signifying nothing.”

William Shakespeare / Macbeth

Neben William Faulkners großartigem Roman gab es Ende der Achtziger Jahre einen Film des französischen Regisseurs Jean-Claude Brisseau, für dessen Titel ebenfalls diese Zeilen aus Shakespeares Macbeth Pate standen: LÄRM & WUT (OT: De bruit et de fureur).

Der Film, der 1988 in Cannes mit dem Spezialpreis der Jugendjury ausgezeichnet wurde, provozierte seinerzeit einen kleinen Skandal, als er aufgrund seiner ungeschönten Darstellung von Jugendgewalt in Frankreich für den Kinostart zunächst die so seltene Freigabe „ab 18 Jahren“ erhielt – eine Entscheidung, die einigen Protest auslöste, u.a. von Regiekollegen wie Barbet Schroeder (BARFLY). Dabei gelang Jean-Claude Brisseau mit seinen kalten, klaren Bildern, die immer wieder durch surreale Szenen unterbrochen werden, zwar ein aufwühlender und heftiger aber auch sehr ehrlicher Film über das trostlose Leben in den Pariser Vororten.

Wir freuen uns sehr, Jean-Claude Brisseaus Ausnahmewerk zum ersten Mal in Deutschland auf DVD veröffentlichen zu dürfen. Neben dem Film inkl. der deutschen Synchronfassung wird unsere DVD zudem folgende Bonusfeatures enthalten: ein 26-minütiges Interview mit Regisseur Jean-Claude Brisseau, einen 27-minütigen Kommentar des Regisseurs, der mit der Fernbedienung in der Hand Schlüsselszenen des Films erläutert und ein 40-minütiges ‚Making-Of’ von Luc Ponette, der mit seiner Video-8-Kamera 1987 die Dreharbeiten des Films begleitete. Sobald ein genauer Releasetermin feststeht, wird er über unsere Homepage und unser Labelforum bekanntgegeben.

OVERLORD

Overlord… and now for something completely different!

Unser erster Titel für 2010 liegt in trockenen Tüchern. Wir freuen uns, Stuart Coopers außergewöhnlichen Kriegsfilm erstmalig in Deutschland im Heimvideoformat veröffentlichen zu dürfen.

Auf der Berlinale von 1975 noch mit dem silbernen Bären belohnt, wurde es kurze Zeit später sehr ruhig um den Film. In den USA z.B., für die gerade der Vietnam-Krieg zu Ende ging, war OVERLORD wohl der falsche Film zur falschen Zeit und verschwand nach einem kurzen und kleinen Kinostart vollkommen von der Bildfläche. Erst 2004, als Xan Cassavetes mit seiner Dokumentation Z Channel: A Magnificent Obsession, in der Ausschnitte aus OVERLORD zu sehen waren, auf diversen Festivals zugegen war, flammte das Interesse an Coopers Film wieder auf. Roger Ebert, der renommierte US-Filmkritiker der Chicago Sun-Times, feierte ihn kurz darauf und voll des Lobes sogar als die ‚bemerkenswerteste Wiederentdeckung‘ des Jahres.

Der Reiz von OVERLORD liegt in seiner einzigartigen Verknüpfung von original Archivmaterial aus dem Fundus des britischen Imperial War Museums und der fiktiven Geschichte des jungen Tom Beddows. Dank der großartigen Kamera von Oscarpreisträger und Kubrick-Wegbegleiter John Alcott (BARRY LYNDON, UHRWERK ORANGE), der die Spielfilmhandlung in erlesenen, zum Teil fast surrealen Bildern einfängt, entstand ein einzigartiger Kriegsfilm, der sich deutlich von den anderen Vertretern des Genres abhebt. Nahtlos fügen sich die nachvertonten Originalaufnahmen in die narrativen Teile von OVERLORD. Das Ergebnis ist ein Film über den Krieg aus der persönlichen Sicht eines jungen Mannes, der sich als kleines Schräubchen im Räderwerk der Weltgeschichte verliert: „Es ist, als wäre man Teil einer Maschine, die immer größer wird, während wir kleiner und kleiner werden, bis nichts mehr übrig bleibt.“

„Bemerkenswert… Er hat sich einen Platz verdient im Pantheon der wichtigsten Filme über den 2. Weltkrieg“ New York Times

„Ein unglaublicher Film… Ein Klassiker, den man gesehen haben muss.“ New York Magazine

„Eine erstaunliche Leistung.“ Die Welt

Details zum genauen Releasetermin und den (umfangreichen) Extras folgen.

POSSESSION

POSSESSION Endlich! Mit dieser Ankündigung geht für uns persönlich ein Traum in Erfüllung. Wir freuen uns, nach LA BÊTE ein weiteres ‚Creature Feature’ der etwas anderen Art präsentieren zu dürfen.

Nach fast 30 Jahren wird Andrzej Żuławskis großartiger, hysterischer Beziehungsalbtraum POSSESSION im Rahmen unserer Drop-Out-Reihe zum ersten Mal offiziell in Deutschland veröffentlicht. Ein Film, der sämtliche Kategorien sprengt: Autorenkino, Filmkunst, Ehedrama, Paranoiathriller, Horrorfilm, Monstermovie – er ist alles in einem und nichts davon. Auch nur zu versuchen, Żuławskis komplexen Fiebertraum in Worte zu fassen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wer ihn kennt, weiß: man muss ihn einfach erlebt haben…

Regieexzentriker Andrzej Żuławski (NACHT- BLENDE, DIE ÖFFENTLICHE FRAU) wurde bei seiner filmischen Tour-de-force, die 1981 in Cannes für die Goldene Palme nominiert war, zudem von einem erstklassigen Team unterstützt. Allen voran Hauptdarstellerin Isabelle Adjani (DER MIETER, DRIVER, NOSFERATU, SUBWAY), die zu Höchstform aufläuft und mit ihrer extremen und einmaligen Verkörperung einer verzweifelten Frau bis an ihre körperlichen Grenzen geht. In Cannes wurde sie dafür als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Die männliche Hauptrolle spielt (der damals noch unbekannte) Sam Neill (JURASSIC PARK, EVENT HORIZON, DAS PIANO, BIS ANS ENDE DER WELT), der mit einer der besten Leistungen seiner Karriere überzeugt. Als Nebendarsteller ist außerdem Heinz Bennent (DIE LETZTE MÉTRO, DIE BLECHTROMMEL) in der Rolle eines exzentrischen Gurus zu sehen. Gefilmt wurde das ganze von Kameramann Bruno Nuytten (BRUBAKER, DÉTECTIVE), dessen rastlose, nie ruhen wollende Kamera die fiebrige Geschichte kongenial bebildert. Und zu guter letzt zeichnet ein wahrer Meister seines Fachs für die Special Creature Effects verantwortlich: der zweifache Oscargewinner Carlo Rambaldi (ALIEN, E.T. – DER AUSSERIRDISCHE, DUNE).

West-Berlin als Ort des Geschehens zu wählen, erwies sich als goldrichtig (nicht ohne Grund sahen einige Kritiker darin den dritten Hauptdarsteller des Films). Die geteilte Stadt ist nicht nur der perfekte Ort für die Geschichte zweier Menschen, die am Ende ihrer Beziehung einander völlig fremd geworden sind – das geteilte Berlin ist im gesamten Film derartig präsent, dass das Gefühl von Isolation, Paranoia, Entfremdung und Ausweglosigkeit, das beide Hauptfiguren jede Minute gefangen hält, mit der gleichen Intensität auf den Zuschauer übergreift. Die Mauer ist im Film nicht nur das Symbol dieser Stadt – die Mauer ist überall. Im Film wird das geteilte Berlin zum Symbol zwischenmenschlicher Apokalypse…

Der Release ist für Herbst 2009 geplant – sozusagen als unser Beitrag zum diesjährigen 20. Jahrestag des Mauerfalls.

Wir freuen uns!

LA BÊTE

La Bête„Eine junge Engländerin muß feststellen, daß ihr Bräutigam, ein französischer Graf, sich in ein Monster verwandelt. Streckenweise atmosphärisch dichter Horrorfilm, dessen Ansätze zu einer Studie über animalischen Sex von der spektakulären Aus- schlachtung menschlicher und tierischer Geschlechts- teile und –akte gründlich sabotiert werden. – Wir raten ab.“ meinte die KATHOLISCHE FILMKRITIK

So kann man das sehen – wir allerdings sehen das entschieden anders und freuen uns, diesen in jeder Hinsicht einmaligen und außergewöhnlichen Film demnächst in unserer noch jungen Drop-Out-Reihe präsentieren zu dürfen.

Kaum ein Film hat seit seinem Erscheinen Publikum wie Kritik so gespalten wie Walerian Borowczyks Erotik- klassiker LA BÊTE. Filmkunst oder Tierpornografie? Ein Film, der offen den erotischen Subtext eines Märchens freilegt, oder geschmacklose Sexploitation unter dem Deckmantel des Kunstanspruchs?

Im Prinzip erzählt Borowczyk mit LA BÊTE eine ähnliche Geschichte, wie zwei große Klassiker des Kinos: Coopers & Schoedsacks KING KONG und Cocteaus LA BELLE ET LA BÊTE. Nur erzählt Borowczyk sie äußerst eigenwillig und sexuell explizit. Die Zensur hat es jeher nicht gut gemeint mit seinem Film. Die erste Kurzfassung, die ursprünglich als Episode seiner UNMORALISCHEN GESCHICHTEN geplant war, wurde seinerzeit wegen ihres ‚sodomistischen Einschlags’ verboten, wie in einem alten Phantopia-Filmprogramm zu lesen ist. Aber auch die aus dieser Episode entstandene Spielfilmfassung hatte nicht wenige Probleme. So durfte sie erst 1981 vehement gekürzt das Licht hiesiger Leinwände erblicken. Die kurz darauf erschienene, längere Videofassung wurde sogar, wenig überraschend, noch im gleichen Jahr indiziert. Nach 24 Jahren ist es uns nun gelungen, eine Listenstreichung durch die BPjM zu erwirken, um den Film dadurch wieder einem breiteren Publikum zugänglich machen zu können.

Der Release ist momentan für Sommer 2009 vorgesehen.

¿QUIEN PUEDE MATAR A UN NIÑO?

Vorschau 2009:

¿QUIEN PUEDE MATAR A UN NIÑO? (a.k.a WHO CAN KILL A CHILD / TÖDLICHE BEFEHLE AUS DEM ALL)

Der erste Schritt ist getan. Nach 24 Jahren Indizierung durch die BPjM ist der Film endlich rehabilitiert. Unser Antrag auf Listenstreichung hatte Erfolg und wir freuen uns sehr, Serradors Meisterwerk endlich auf DVD präsentieren zu können. Sobald wir Infos zum Bonusmaterial haben, erfahrt ihr mehr.

MARQUIS – Im Herbst 2008 auf DVD!

Eine einzigartige Hommage an Marquis de Sade von Henri Xhonneux und Roland Topor (u. a. beteiligt an Der fantastische Planet und Fellinis Casanova und Autor der gleichnamigen Romanvorlage zu Polanskis Der Mieter).

Am Vorabend der französischen Revolution: Der Marquis, ein ausgesprochen eloquenter Cocker Spaniel, sitzt wegen unerhörter Entweihung eines Kruzifixes in der Bastille ein. Sein einziger Freund – und zugleich schärfster Kritiker seines Schreibstils – ist das eigene sprechende Sexualorgan namens Colin. Die beiden Vertreiben sich ihre Zeit mit Gesprächen über Kunst, Literatur, Politik und sexuelle Freiheit – und doch dreht sich alles immer nur um die Frage: Wer hört auf wen? Als eines Tages die junge schwangere Kuh Justine in die Nachbarzelle gesperrt wird sieht sich der Marquis plötzlich als Spielball einer politischen Verschwörung, deren Spur bis an den königlichen Hof führt. Von nun an stehen beider Köpfe auf dem Spiel…


„Man stelle sich Jim Hensons Muppets vor, nachdem sie von David Cronenberg in lüsterne Ekstase versetzt wurden… Ernie und Bert wären ein Leben lang traumatisiert!“ Washington Post

„Dieser Film ist herrlich! … Ein grotesker, obszöner, wilder, ordinärer, surrealistischer Traum des Schwarzen Humors…“ Mitternachtskino.de

„… witzig, zutiefst obszön und dabei äußerst liebenswert.“ TimeOut

„Wie eine perverse Variante von Der Wind in den Weiden von Luis Buñuel …“ Austin Chronicle


Originaltitel: MARQUIS

Produktionsland / Jahr: Belgien 1989

Regie: Henri Xhonneux

Dialoge und künstlerische Leitung: Roland Topor

IM GLASKÄFIG

Dieser legendäre Skandalfilm wurde bei seiner internationalen Premiere 1987 auf der Berlinale von der deutschen Polizei beschlagnahmt. Berichten zufolge erwirkten erst Diplomaten der spanischen Botschaft die Herausgabe der eingezogenen Festivalkopie. Mit dieser DVD feiert der umstrittene Debütfilm von Agustí Villaronga (El Mar) seine erste offizielle Veröffentlichung in Deutschland – selbstverständlich ungekürzt.

IM GLASKÄFIG erzählt die Geschichte von Klaus, einem ehemaligen KZ-Arzt und Kindermörder im spanischen Exil, der nach einem Unfall nur noch von einer eisernen Lunge am Leben gehalten wird. Als eines Tages der junge Angelo überraschend vor ihm steht und seine Dienste als Krankenpfleger anbietet, ahnt Klaus noch nicht, dass ihn seine Vergangenheit einholt…


„Solche Kunst-Schocker werden heute nicht mehr gedreht. Ein großartiger Film – aber ich habe Angst, ihn meinen Freunden zu zeigen“ John Waters

„Stilistisch fesselnd, moralisch doppeldeutig und zutiefst beunruhigend… Neben Pasolinis SALO einer der unerschrockensten Filme über menschliche Abgründe.“ All Movie Guide

„… ein anziehender Albtraum.“ Mitternachtskino.de


Originaltitel: Tras el Cristal a.k.a. In a Glass Cage

Produktionsland / Jahr: Spanien 1986

Regie: Agustí Villaronga

Darsteller: Günter Meisner, David Sust, Marisa Paredes